Gemeinde Mhlhausen

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Partnergemeinde

Mühlhausens Partnergemeinde St. Etienne de Montluc – umgeben von einer faszinierenden Wasserlandschaft

Partnerschaftsgeschenk
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Partnerschaftsbaum
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Eine Gemeinde mit wechselvoller Geschichte und einer beeindruckenden Landschaft

„St. Etienne de Montluc – 998 km“ so stand es schwarz auf weiß auf einem Verkehrsschild in der Ortsmitte von Mühlhausen. Ja, fast tausend Kilometer muss man zurücklegen, um die Partnergemeinde von Mühlhausen zu erreichen. Sie liegt im Nordwesten Frankreichs, im Departement Loire-Atlantique. Über eines sind sich selbst die Einwohner nicht ganz schlüssig, ob sie reine Bretonen sind oder nicht.

Die einen zählen St. Etienne noch zur Bretagne und die Gemeinde hat auch einen bretonischen Zweitnamen: Sant-Stefan-Brengoloù. Hauptstadt des Departements ist Nantes, gerade 16 Kilometer von St. Etienne entfernt. Das Loire-Delta öffnet sich nur wenige Kilometer südlich der Gemeinde und prägt die Landschaft: Viele Gewässer - Bäche, Kanäle und Sümpfe - umgeben Mühlhausens Partnergemeinde. 

Nur einen Katzensprung entfernt – knapp 40 Kilometer – liegt die raue und trotzdem zauberhafte Atlantikküste. „La côte sauvage“ nennt sich ein besonders schöner, bizarrer Küstenabschnitt mit weit ins Meer hinausragenden Felsen. Daran schließt sich „La Baule“ an, das ist der Name eines außergewöhnlichen Strandabschnitts und einer Stadt.

Acht Kilometer zieht sich die Bucht mit ihrem feinkörnigen Sandstrand, den die Bewohner stolz als den schönsten Strand Europas bezeichnen. Nicht nur Badefreunde kommen dort voll auf ihre Kosten, sondern vor allem Surfer nutzen den Wind, der hier immer kräftig bläst. Die Strandpromenade erinnert ein wenig an die Côte d’ Azur – auch in der Art, wie sich Hotel an Hotel reiht.

Weitere Informationen auch gerne auf der Homepage des Partnerschaftsvereins!

 

 

Wissenswertes

Neben dem Schiffbau, der Fischerei und dem Tourismus spielt die Salzgewinnung in der Region eine gewisse Rolle. Viele Quadratkilometer der Landschaft  sind von kleineren und größeren Salzseen bedeckt, die im Sommer austrocknen und dann eine dicke Salzschicht hinterlassen, die man abbaut. Ebenfalls sehr reizvoll in der Umgebung von St. Etienne sind die vielen Schlösser sowie mittelalterliche Städtchen, die in ihrem historischen Kern noch vollständig erhalten sind. So beispielsweise Guêrande, wobei hier die wechselvolle Geschichte dieser Kulturlandschaft wieder aufersteht.

Doch zurück zu St. Etienne de Montluc. Genau 6.827 Einwohner zählte die Gemeinde zu Beginn dieses Jahres. Die 5.757 Hektar große Gemarkung liegt eingebettet zwischen Hügeln, Dünen und den Wasserläufen der Bretagne. Spuren menschlichen Lebens lassen sich 4.000 Jahre zurückverfolgen und der Name „Mont-Luc“ – Berg des Lichts – deutet auf eine keltische Kultstätte hin. Ein ausgedehntes Netz von Militär- und Handelsstraßen durchzog in gallo-römischer Zeit die Region um St. Etienne. Der Ort und die Pfarrei treten im Jahre 1063 erstmals in das Licht der Geschichte. Der Name St. Etienne = heiliger Stephan dürfte etwas früher zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert entstanden sein. 

Im Gegensatz zu unserer Gemeindeordnung in Baden-Württemberg werden die Kommunen in Frankreich von ehrenamtlichen Bürgermeistern geleitet, die allein repräsentative Aufgaben besitzen. Für jeden Bereich (Finanzen, Schule, Kultur usw.) gibt es einen hauptamtlichen Beamten. Ganz hervorragend hat sich St. Etienne in den letzten zwanzig Jahren entwickelt.

Die Infrastruktur ist umfassend, die öffentlichen Einrichtungen modern. Besonders hervorzuheben ist die Arbeit von Bürgermeister Marcel Huou, der mit viel Geschick, Engagement und Fingerspitzengefühl die Gemeinde seit vielen Jahren leitet.  Da gibt es eine Sporthalle mit Platz für 400 Besucher, eine öffentliche hugenottische Schule und die Privatschule St. Maria, in denen 750 Kinder und Jugendliche Erziehung und Bildung genießen. Für die Kleinsten gibt es eine Kinderkrippe und einen Kindergarten.  

Um sportliche Aktivitäten zu entfalten, gibt es eine Sporthalle und seit 1986 einen Fußballplatz mit 400-Meter-Rundbahn einige Trainingsplätze, seit 2010 einen Kunstrasenplatz. Im Dorf ist ein dichtes Netz von Vereinen aktiv, ungefähr 70 an der Zahl. So ist für die Freizeitgestaltung bestens gesorgt. Im musikalischen Bereich gibt es einen Gesangverein und einen Musikverein, beliebteste Sportarten sind Turnen, Fußball und Handball. Weit über die Region hinaus haben sich die Modellflieger einen Namen gemacht. Auch auf gesellschaftlichem und sozialem Gebiet wird vor allem für Jugendliche und Senioren viel getan.  

Der Ortskern von St. Etiennen ist sehr idyllisch und verwinkelt. Hier dominiert die im Jahre 1847 erbaute, neoklassizistische Kirche, um die herum sich ein Geschäftsviertel gebildet hat. Dort wird auch an jedem Freitag ein Markttag mit Produkten aus der Region abgehalten. Das Rathaus liegt etwas außerhalb direkt an der Durchgangsstraße von Nantes nach St. Nazaire.

Der Baustil vieler Häuser ist bretonisch, aber auch zeitgemäß, außen sehr alte Mauern aus Natursteinen, innen moderne, komfortable Einrichtungen, in denen man sich wohlfühlen kann. Wer aber die Natur genießen will, der kommt in dieser Landschaft voll auf seine Kosten. Er braucht nur wenige Meter zu gehen, zumal St. Etienne de Montluc – mit Ausnahme des Ortskerns – locker bebaut und mit viel Grün durchsetzt ist. 

Vor den Toren des Städtchens erwartet den Besucher Kultur und Natur pur. Die Wanderwege durch die Sümpfe zu alten Burgen, Mühlen und Steinkreuzen, die an Irland erinnern, sind äußerst beliebt. An dem Netz von Wasserläufen lassen sich Störche, Reiher und andere Wasservögel beobachten. „Gärten des Noah“ nennt sich ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet, wo der Erhalt der Umwelt ganz groß geschrieben und die biologische Vielfalt mit den Augen zu fassen ist.

Dort blühen auch seltene Wildblumen wie die geschützte behaarte Küchenschelle und natürlich im Frühling millionenfach die Narzissen. Diese Blume steht auch im Mittelpunkt des größten Spektakels, das die Partnergemeinde von Mühlhausen zu bieten hat, das Narzissenfest, das seit 1965 im Frühling stattfindet und tausende von Besuchern anlockt, so auch fast jedes Jahr Gäste aus Mühlhausen. Auf Wagen werden Figuren, Ereignisse, Motive aus Narzissen nachgebildet, ungefähr 60 000 Blumen pro Wagen. Ein wahrlich farbenprächtiger Zug, der sich durch die dicht gesäumten Straßen schlängelt.